CREST-2 Studie
ID NCT 0208921
Hintergrund:
Studien zeigten, dass eine asymptomatische Carotisstenose mit eingeschränkter kognitiver Leistungsfähigkeit assoziiert ist. Ob eine Revaskularisierung eine Verbesserung bewirkt, ist unklar.
Zielsetzung:
Nachweis, ob eine Carotis-Revaskularisierung die kognitive Leistungsfähigkeit verbessert.
Studiendesign:
Es handelte sich um eine multizentrische, randomisierte Studie mit zwei parallelen Armen, deren Endpunkte für die Nachbeobachtung verblindet waren.
Interventionsarme:
- Procedure: Carotid endarterectomy (CEA)
- Device: Carotid Stenting (CAS)
- Other: Intensive Medical Management – no CEA
- Other: Intensive Medical Management – no CAS
Die sehr ausführlichen Ein- und Ausschlusskriterien für die Teilnahme an der Studie sowie die Randomisierung in die einzelnen Studiengruppen sind dem detaillierten Studienprotokoll unter der oben genannten Studiennummer zu entnehmen.

Ergebnisse:
Eingeschlossen wurden 1245 Patienten in den CAS-Arm und 1240 Patienten in den CEA-Arm. Eine gleich große Gruppe wurde in den „Medical Management Only“-Arm randomisiert.
Im CAS-Arm traten Schlaganfall und/oder Tod (primäres Outcome) bei 2,8% der Patienten auf, verglichen mit nur 6% in der „Medical Treatment Group (MTG)“. Ein ähnliches Ergebnis zeigte sich in der CEA-Gruppe mit 3,7 % gegenüber 5,3 % mit Schlaganfall und/oder Tod in der MTG. Der Unterschied war nicht statistisch signifikant verschieden.
Einzeln aufgelistet, kam es zwischen Tag 0 und 44 zu keinen Todesfällen oder Schlaganfällen in der MTG, wohingegen in der CAS-Gruppe ein Todesfall und 7 Schlaganfälle auftraten.
Ein ähnliches Ergebnis war auch im CEA-Arm zu beobachten. Hierbei handelte es sich um periprozedurale Ereignisse (Fig. 1 B).


Dies gilt galt eingeschränkt auch für die CEA-Gruppe, allerdings ohne statistische Signifikanz.
Hinsichtlich der Nachverfolgung des kognitiven Zustands konnten insgesamt 2165 Patientinnen eingeschlossen werden. Hier konnte für alle kognitiven Tests kein Vorteil für eine Behandlung festgestellt werden.
Zusammenfassung:
Bei Patienten mit hochgradiger Carotisstenose ohne aktuelle Symptome konnte das Stenting zu einer signifikanten Reduktion von Tod oder einem ipsilateralen Schlafanfall innerhalb von 4 Jahren nach dem Eingriff führen. Dieses Ergebnis zeigte sich nicht bei der CEA Gruppe.
Keine der beiden interventionellen Methoden hatte einen signifikanten Einfluss auf die Ergebnisse aller kognitiven Untersuchungen.
JAMA. 2026 Sep 16:e2614703. doi: 10.1001/jama.2026.14703.
N Engl J Med. 2026 Jan 15;394(3):219-231
Beurteilung durch die Deutsche Schlaganfallgesellschaft (DSG)
Obwohl die Tendenz zugunsten des CAS deutlich ist, zieht die DSG nicht den Schluss, dass diese Methode für alle Patienten mit asymptomatischer hochgradiger Carotisstenose geeignet ist. Dies liegt vor allem daran, dass nur wenige Ereignisse in der CAS/MTG-Gruppe den deutlichen Unterschied beeinflusst haben. Für die meisten deutschen Zentren gilt daher die Empfehlung, anhand der S3-Leitlinie Patienten mit erhöhtem Schlaganfallrisiko zu identifizieren. Aus CREST-2 geht hervor, dass bei bestehender Indikation für eine Intervention ein Stenting in einem erfahrenen Zentrum eine mindestens gleichwertige Alternative zur Operation darstellt.




