President's Update: Die Notfallreform rückt näher

Eine erfolgreiche ANIM, große internationale Pläne und richtungsweisende gesundheitspolitische Diskussionen: Die NeuroIntensivmedizin steht im Fokus. Die Planungen für die ANIM 2027 haben längst begonnen. Das Programm wird schon gezielt weiterentwickelt. Erste Einblicke gibt Professor Matthias Klein im President's Update.

Prof. Dr. med. Matthias Klein
Prof. Dr. med.
Matthias Klein

Präsident

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die vergangene ANIM liegt hinter uns – und wir dürfen mit großer Zufriedenheit feststellen: Sie war ein voller Erfolg. Wir haben aus vielen Richtungen äußerst positives Feedback erhalten, sowohl zu den wissenschaftlichen Inhalten als auch zur Organisation und Atmosphäre. Besonders erfreulich ist, dass zentrale Themen der Tagung – insbesondere Koma und der irreversible Hirnfunktionsausfall – auch in der breiteren Öffentlichkeit und in den Medien aufgegriffen wurden. Dies unterstreicht die Relevanz unserer Arbeit und die wichtige Rolle der neurologischen Intensivmedizin im gesellschaftlichen Diskurs.

Nach der ANIM ist bekanntlich vor der ANIM: Die Planungen für 2027 haben bereits längst begonnen. Wir werden das Programm gezielt weiterentwickeln und erstmals zwei internationale Tracks etablieren, die sich durch hochkarätige Referentinnen und Referenten sowie globale Themenstellungen auszeichnen werden. Auch darüber hinaus richten wir den Blick bereits nach vorn: Für 2028 ist ein Joint Meeting mit dem EuroNeuro geplant, auf das wir uns schon heute sehr freuen. Ein wichtiger Bestandteil der ANIM bleibt die enge Zusammenarbeit mit unseren Partnergesellschaften. Auch die DSG wird sich im kommenden Jahr wieder als veranstaltender Partner aktiv einbringen – wir freuen uns sehr auf die Fortsetzung dieser bewährten und fruchtbaren Kooperation.

Neben den fachlichen Themen lohnt sich ein Blick auf die aktuellen gesundheitspolitischen Entwicklungen. Die Bundesregierung arbeitet derzeit an einem umfassenden Sparpaket. Für die neurologische Intensivmedizin sind aktuell zwar keine unmittelbaren Einschnitte erkennbar, dennoch wird es entscheidend sein, die weiteren Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen. Besonders relevant ist in diesem Zusammenhang die geplante Notfallreform. Der aktuelle Gesetzesentwurf setzt klar auf eine verbesserte Steuerung von Patientinnen und Patienten in der Notfallsituation, was grundsätzlich zu begrüßen ist. Offen bleibt jedoch, wie künftig ausreichende ambulante Versorgungsstrukturen für subakute neurologische Symptome und Krankheitsbilder geschaffen werden sollen, die aktuell in Notaufnahmen versorgt werden. Kritisch zu sehen ist insgesamt, dass weiterhin an einer strikten Trennung zwischen stationärer Notfallversorgung und ambulanter Behandlung über KV-Vertragsarzt-Praxen festgehalten wird. Eine wirklich zukunftsweisende Reform müsste diese sektorale Grenze im Notfallkontext endlich überwinden.

Auch der Blick nach vorn verspricht spannende Impulse: In den kommenden Wochen und Monaten stehen mehrere hochkarätige Veranstaltungen an. Besonders hervorzuheben ist die Emirates Critical Care Conference vom 8.–10. Mai 2026, die angesichts der aktuellen politischen Lage im Nahen Osten als Hybridformat durchgeführt wird. Ebenso laden wir Sie herzlich zum EuroNeuro vom 28.–30. Juni in Brüssel ein; Abstracts können noch bis 30. April eingereicht werden. Für eine begrenzte Anzahl von DGNI-Mitgliedern besteht aufgrund der engen Partnerschaft zwischen der DGNI und den Organisatoren der EuroNeuro die Möglichkeit, ein Gratisticket für den Kongress zu erhalten (exklusive Reisekosten). Bei Interesse wenden Sie sich bitte direkt an die Geschäftsstelle der DGNI (gs@dgni.de). 

Wir blicken einem ereignisreichen Sommer entgegen und hoffen auf positive Entwicklungen im Hinblick auf die Reform der Notfallstrukturen aus neurologischer Perspektive.

Mit herzlichen Grüßen,
Prof. Dr. med. Matthias Klein

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