ANIM 2026 – 3. Kongresstag: Neue wissenschaftliche Impulse und Praxisnähe

Der dritte Kongresstag stand ganz im Zeichen praxisnaher Inhalte, interprofessioneller Impulse und aktueller Herausforderungen aus Neurointensiv- und Notfallmedizin. Vertiefende Sessions und Workshops eröffneten Perspektiven, die direkt in den klinischen Alltag übertragen werden können. Etwa die Pflegeworkshops zu "Strong Teams, Safe Care – CRM erleben", "Monitoring in der Neurointensivpflege" und "Like, Share, Care: Social Media im Pflegeberuf". Weitere Highlights waren die DSG Stroke Winterschool, Gesellschaftssymposien der DGNC, DGNR und DEGUM sowie spannende wissenschaftliche Symposien zum Post-Intensive-Care Syndrom (PICS) in der Neurointensivmedizin (Prof. Dr. Konstantinos Dimitriadis/Dr. Claudia Denke), Herausforderungen und Innovationen an der Schnittstelle Rettungsdienst und Notaufnahme in der Neurologischen Notfallmedizin (Dr. Andreas Jerrentrup/Dr. Anne-Sophie Biesalski) und Einsatz von KI im klinischen Alltag – Vom Interface und Datenbearbeitung zur Diagnose (Dr. Ilia Aroyo/Dr. Christoph Hoog Antink). 

CMD-Symposium zur aktuellen Komaforschung

Wie kann Cognitive Motors Dissociation (CMD) auf der Intensivstation diagnostiziert werden? Was ist zu tun, wenn der Patient nicht auf äußere motorische Reize reagiert, es aber trotzdem Hinweise auf ein erhaltenes Bewusstsein gibt? Unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Raimund Helbok, Linz, und Prof. Dr. Daniel Kondziella, Kopenhagen, wurden aktuelle Aspekte der Komaforschung beleuchtet. Die hochkarätigen Präsentationen der rasch voranschreitenden Erkenntnisse über CMD, diagnostische Methoden mit EEG, Pupillometrie und Bildgebung sowie aktuelle Therapieansätze mit pharmakologischer, nichtinvasiver und invasiver Stimulation führten zu spannenden Diskussionen.

Ausbildung in Intensiv- und Notfallmedizin

Unter Vorsitz von Prof. Dr. Julian Bösel, Neumünster, und Dr. Anne-Sophie Biesalski, Bochum, wurden Bedarfe, Bedürfnisse und Bedingungen bei der Ausbildung in NeuroIntensiv- und Notfallmedizin ausgelotet. Ausgehend von Entwicklung und Status Quo der Ausbildung in Deutschland, ging es um Vergleiche von Standards hier und woanders. Kürzlich durchgeführte Umfragestudien bei Auszubildenden und Ausbildern brachten neue Impulse. Prof. Dr. Konstantinos Dimitriadis, München, präsentierte Ansätze einer innovativen Aus- und Weiterbildung in NeuroIntensivmedizin.

Der neurologische Notfall – Do's and Don'ts

In einer neurologischen Notfallsituation zählt jede Sekunde. Ischämischer Schlaganfall, Hirnblutungen, Bewusstseinsstörungen, Schwindel, Status epilepticus – was sind die wichtigsten Leitsymptome? Was ist zu tun bei typischen neurologischen Notfällen?

Das Akut-Management ist entscheidend für Überleben und Langzeitmorbidität der Patienten. Unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Raimund Helbok, Linz, und Dr. Sylvia Bele, Regensburg, wurde diskutiert, wie evidenzbasierte Entscheidungen Leben retten können – und welche Fehler unbedingt vermieden werden müssen. Mit Blick auf Akutdiagnostik und Akuttherapie der wichtigsten neurologischen Notfallsituationen wurden die wichtigsten Handlungsempfehlungen und Fallstricke anhand der neuesten wissenschaftlichen Datenlage praxisnah beleuchtet.

Drei Tage voller Wissen, Kontakt und Inspiration…

Die ANIM 2026 hat wieder gezeigt, wie wichtig gemeinsames Denken und Handeln für die NeuroIntensiv- und Notfallmedizin sind. Von Skills Labs und Workshops über Gesellschaftssymposien, Fortbildungskurse bis hin zu aktuellen Fragen aus Forschung, Pflege und klinischer Praxis – die Tagung endete interdisziplinär und praxisnah mit vielfältigen Impulsen für den Alltag. Die Teilnehmenden konnten viele Anregungen mitnehmen – bis zum nächsten einzigartigen Austausch auf der ANIM 2027 in Berlin am 21.-23. Januar 2027! Save the date!