Transorbitaler und transtemporaler Ultraschall zur Vorhersage eines EVD-Weaning Versagens bei Patien-ten mit erhöhtem intrakraniellem Druck – eine pros-pektive, multizentrische Studie

ONSD EVD weaning study

Studiennummer

DRKS00033089

Link (DRKS/EudraCT/ClinicalTrials.gov)

Projektleitung

PD Dr. Ilko Maier

Zentrum

Universitätsmedizin Göttingen

Kurzbeschreibung

Ziel der Studie ist die Etablierung eines standardisierten Untersuchungsprotokolls mittels transorbitaler und transtemporaler B-Bild-Sonograhie (inkl. Bestimmung von Cut-off Werten) bei Patienten mit erhöhtem ICP und EVD-Anlage im Rahmen des EVD-Weanings. Hierzu werden repetitive Messungen des ONSD und der Breite des dritten Ventrikels zur Abschätzung der Entwicklung eines Rezidivs einer ICP Erhöhung bei elektivem Auslassversuch der EVD durchgeführt.

Weitere Zentren gewünscht

nein

Kontakt

PD Dr. Ilko Maier
Universitätsmedizin Göttingen
Klinik für Neurologie

Ilko.maier@med.uni-goettingen.de

Ausführliche Informationen

Hintergrund

Die Erweiterung des Durchmessers der Optikusnervenscheide (ONSD) und die Er-weiterung des 3. Ventrikels sind stellen mehrfach in der Literatur beschriebene Mar-ker für eine Liquorzirkulationsstörung und einen erhöhten intrakraniellen Druck (ICP) dar, welche bei verschiedensten, schweren neurologischen Erkrankungen auftreten können. In der geplanten Beobachtungsstudie sollen beide mittels nicht-invasiver, transorbitaler und transtemporaler B-Bild-Sonographie zu erhebende Parameter bei Patienten mit erhöhtem intrakraniellem Druck untersucht werden. Letzte werden in der klinischen Routine häufig mit einer extrakraniellen Ventrikeldrainage (EVD) ver-sorgt, um durch den Ablass des Liquor cerebrospinalis den erhöhten intrakraniellen Druck zu reduzieren. Eine relevante Komplikation von EVDs im mittelfristigen Verlauf ist das Auftreten sekundärer bakterieller Ventrikulitiden bei längerer Liegedauer mit negativem Einfluss auf das Outcome der zugrundeliegenden zerebralen Erkrankung. Ein Auslassversuch der Liquordrainage sollte daher frühzeitig nach Einlage der Drainage durchgeführt werden, sofern sich die der Liquorzirkulationsstörung zu Grunde liegende Pathologie stabilisiert hat bzw. diese suffizient behandelt wurde. Häufig wird vor Entfernung der EVD ein Auslassversuch mit Hochhängen oder Ab-klemmen der Drainage und wiederholten Computertomographien (CTs) durchge-führt. Letztere bergen sowohl erhöhte Strahlenbelastungen als auch wiederholte Transporte intensivpflichtiger, neurologisch schwer erkrankter Patienten. Der Nutzen der transorbitalen und transtemporalen Ultraschalldiagnostik zur Vorhersage eines Versagens des Auslassversuches (`Weaning-Versuches` bei weiterhin bestehender Liquorzirkulationsstörung) soll in der vorliegenden Studie multizentrisch und pros-pektiv untersucht werden, um zukünftig wiederholte Computertomographien und intrahospitale Transporte von neurologischen Intensivpatienten zu vermeiden.

Studiendesign

Die Studie wird multizentrisch in einem unverblindeten, nicht randomisierten klinisch prospektiven Design durchgeführt.

Einschlusskriterien

Patientenkollektiv ab 18 Jahren mit akuter, schwerer neurologischer Erkrankung mit assoziierter Hirndruckerhöhung, welche die Anlage einer EVD notwendig machte, die geplant entfernt werden soll. Beispiele zugrundeliegender Erkrankungen können sein: Akute Subarachnoidalblutung (SAB), Akute intrazerebrale Blutung mit Ventrikeleinbruch, Meningitis / Enzephalitis,  Akutes Hirnödem oder Schweres SHT (typischerweise GCS 3-8)

Ausschlusskriterien

  • Alter < 18 Jahre
  • Dekompressive Hemikraniektomie
  • Akute Verletzungen eines und/oder beider Augen, bei derer eine weitere Schädigung durch die ONSD-Messung (auch bei konformer Geräteeinstellung) nicht sicher ausgeschlossen werden kann
  • Z.n. Operationen im Bereich des Orbita oder N. II, welche das Messergebnis beeinflussen könnten
  • Chronisch entzündliche Veränderungen des N. II (z.B. Multiple Sklerose)
  • Chronische ICP-Erhöhung (z.B. Pseudotumor cerebri)
  • Chronische Hydrozephalus Syndrome
  • Chronische Liquorunterdrucksyndrome

Patientenzahl

190

Finanazierung

IIT, keine externe Finanzierung