Multi-centric Validation of the FAST4D Score in Emergency medical service STroke dEtection and Capability to predict large vessel occlusion eligible for endovascular Treatment
FAST4DETECT-Trial
Studiennummer
DRKS00033663
Link (DRKS/EudraCT/ClinicalTrials.gov)Projektleitung
Christian Claudi, Patrick Schramm
Zentrum
Neurologie UKGM Gießen
Kurzbeschreibung
Die frühe Erkennung eines Schlaganfalls ist wichtig, um eine zeitkritische Therapie in einer geeigneten Klinik einzuleiten. Hierzu gibt es einen in der Notfallmedizin etablierten standardisierten Untersuchungsgang, welcher schnell Patienten mit einem möglichen Schlaganfall identifizieren soll. Nachdem die Daten der FAST4D Studie gezeigt hatten, dass mit FAST4D signifikant mehr Patienten mit Schlaganfall erkannt werden, muss nun in dem hier geplanten Vorhaben untersucht werden, ob das bessere Erkennen dieser Patienten auch in einer Verbesserung der akutmedizinischen Versorgung führt.
Weitere Zentren gewünscht
neinKontakt
Dr. med. Christian Claudi
Universitätsklinikum Gießen
Klinik und Poliklinik für Neurologie
Klinikstrasse 33
35385 Gießen
Ausführliche Informationen
Hintergrund
Die frühe Erkennung eines Schlaganfalls ist wichtig, um eine zeitkritische Therapie in einer geeigneten Klinik einzuleiten. Hierzu gibt es einen in der Notfallmedizin etablierten standardisierten Untersuchungsgang, welcher schnell Patienten mit einem möglichen Schlaganfall identifizieren soll. Dieser FAST-Test beinhaltet die englischen Akronyme Face, Gesichtsasymmetrie, Arm, einseitiges Absinken im Armhalteversuch, Speech, Sprech- und Sprachstörungen, sowie Time, was auf die Dringlichkeit einer adäquaten Behandlung hinweisen soll [1]. Bei einem plötzlichen Auftreten eines dieser Symptome wird der Verdacht auf einen Schlaganfall gestellt. Betrachtet man den FAST-Test kritisch, so werden nur Symptome eines Schlaganfalls in dem von der A. carotis interna versorgten Gebietes erfasst, strenggenommen nur solche im Versorgungsgebiet der A. cerebri media. Schlaganfälle im Bereich des von den Aa. vertebrales und der A. basilaris versorgten Gebietes werden damit nicht gut erfasst. Diese Patienten haben weniger spezifische Symptome und werden erfahrungsgemäß nicht als Schlaganfall wahrgenommen. Somit werden diese vom Rettungsdienst als „sonstiger neurologischer Notfall“ oder ähnlichen Einsatzstichworten eingewiesen, was zu einer niedrigeren Dringlichkeitseinstufung und somit verzögerter Diagnostik führt. Somit besteht die Gefahr, diese Patienten nicht mehr einer zielgerichteten, aber zeitlich auf wenige Stunden begrenzten Therapie, systemische Thrombolyse oder endovaskuläre Thrombektomie, zugeführt werden können. Durch eine Erweiterung des FAST-Test um „4D“, wobei 4D für 4 weitere englische Akronyme steht: Dizziness/Vertigo (Dreh- und Schwankschwindel), Diplopic images (Doppelbilder), Deficite in the field of view (GesichtsfeldDefekte) sowie Dysmetria/ataxia (Defizit im Finger-Nase-Versuch), werden typische Symptome für einen Schlaganfall im vertebrobasilären Stromgebiet erfasst. Diese einfache Erweiterung des FAST-Test zu FAST4D führte bereits in einer monozentrischen Observationsstudie im Rettungsdienstbereich Lahn-Dill zu einer Verbesserung der Schlaganfallerkennung durch den Rettungsdienst um 17 %.
Studiendesign
Prospektive multizentrische Observationsstudie mit historischer Kontrollgruppe
Einschlusskriterien
Patienten, die mit dem Verdacht eines Schlaganfalls in einer der beteiligten Kliniken der Notaufnahme zugewiesen werden. Diese Patienten erhalten durch den Rettungsdienst einen Patienten-Zuweisungs-Code (PZC) mit welchem eine elektronische Anmeldung in der Zielklinik erfolgt. Für den Schlaganfall existieren 3 Codes, je nach Beginn der Symptomatik. Alle Patienten mit diesen Codes werden erfasst:
- 421/422/423 („Apoplex/TIA/Blutung“)
Um auch Patienten zu erfassen, die nicht als Schlaganfall zugewiesen werden, aber im Rahmen der Diagnostik ein Schlaganfall diagnostiziert wurde, werden auch alle Patienten mit der entsprechenden Entlassungsdiagnose erfasst.
- Schlaganfall (I60 – I63)
- Transitorisch Ischämische Attacke (TIA) (G45)
Für die retrospektive Kontrollgruppe erfolgt die Identifikation der Patienten analog durch Screening der in dieser Zeit unter dem Verdacht eines Schlaganfalls vorgstellten Patienten in der Notaufnahme und nach der Entlassungsdiagnose.
Die retrospektive Datenerhebung wird das Jahr 2023 umfassen.
Ausschlusskriterien
Patienten mit unvollständigem Datensatz werden nicht in die abschließende Auswertung aufgenommen, aber im Rahmen der Rekrutierung als Drop-Outs erfasst und statistisch berücksichtigt.
Patientenzahl
Es werden 1500 Patienten mit gleicher Verteilung (750) in beiden Gruppen eingeschlossen.
Finanazierung
Anträge gestellt




