Phenobarbital bei super-refraktärem Status epilepticus – eine prospektive, randomisierte Effektivitätsstudie mit verblindetem Auswerter
P-PIRATE
Link (DRKS/EudraCT/ClinicalTrials.gov)Projektleitung
Prof. Konstantinos Dimitriadis
Zentrum
LMU München
Kurzbeschreibung
Prospektive, randomisierte, offene mit verblindetem Endpunkt, kontrollierte klinische Studie (PROBE). Hierbei handelt es sich um eine klinische Studie mit minimaler Intervention (low-intervention clinical trial), um die Wirksamkeit von intravenös verabreichtem hochdosiertem Phenobarbital mit einer wiederholten Burst-Suppression-Sedierung über 48 (± 2) Stunden zu vergleichen. in der Beendigung von SRSE.
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JAAusführliche Informationen
Hintergrund
Der Status epilepticus (SE) ist eine lebensbedrohliche Erkrankung und eine verzögerte oder unzureichende Behandlung kann zu einem refraktären (RSE) oder superrefraktären Status epilepticus (SRSE) mit konsekutiver erhöhter Morbidität, Mortalität und hohen sozioökonomischen Kosten führen. Da es keine RCTs zu RSE und SRSE gibt, basiert die Behandlung auf anekdotischer Evidenz. Daher soll diese Studie Beweise für die Überlegenheit von oralem Phenobarbital (PB) bei SRSE im Vergleich zur gängigsten klinischen Praxis (wiederholte Infusion von Anästhetika über 48 Stunden) liefern.
Dies wird die erste Studie sein, die die Wirksamkeit intravenöse PB in einer Dosis untersucht, die nicht darauf abzielt, Patienten zur Beendigung von SRSE zu sedieren. Ein positives Ergebnis der Studie könnte einen Paradigmenwechsel für die Behandlung von SE im Allgemeinen bedeuten, da Hinweise auf ein wirksames Antiepileptikum eine Behandlung mit solchen Medikamenten in früheren Stadien veranlassen könnten um Narkosen zu meiden.
Studiendesign
Wir planten daher eine prospektive, randomisierte, offene, verblindete, kontrollierte klinische Studie zur Endpunktbewertung (PROBE). Dies ist eine low interventional clinical trial um die Wirksamkeit von intravenösem hochdosiertem Phenobarbital mit einer weiteren Burst-Suppression-Sedierung für 48 (±2) Stunden zu vergleichen am Endpunkt Beenden eines SRSE. Haupthypothese: i.v. PB ist bei der Beendigung von SRSE im Vergleich zur Burst-Suppression-Sedierung für 48 Stunden überlegen. Weitere Hypothesen: 1) Die Anzahl der Patienten mit wirksamer Anfallskontrolle im Zeitrahmen von 7 Tagen ist in der Behandlungsgruppe höher als in der Kontrollgruppe. 2) Die Dauer der SRSE wird in der Behandlungsgruppe kürzer sein als in der Kontrollgruppe. 3) Die Beatmungsdauer und die Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation werden in der Behandlungsgruppe verkürzt. 4) Mortalität und Morbidität bei mit PB behandelten Patienten werden verringert. 5) Orales hochdosiertes PB ist sicher.
Einschlusskriterien
1) Erwachsene Patienten ≥ 18 Jahre mit neu diagnostiziertem* superrefraktärem konvulsivem SE (C-SRSE) oder nicht-konvulsivem Status epilepticus (NC-SRSE). SRSE ist definiert als SE, das ≥ 24 Stunden nach Beginn der Burst-Suppression-Narkose anhält oder wiederkehrt. Konvulsiver SE (CSE) ist definiert als ein konvulsiver Anfall, der ≥ 5 Minuten anhält. Nicht-konvulsiver SE (NCSE) ist definiert als klinische Anfälle ohne ausgeprägte motorische Symptome, die ≥ 5 Minuten andauern oder der elektroenzephalographischen Definition der Salzburg-Kriterien folgen.
2) Unterzeichnete Einverständniserklärung des gesetzlichen Vertreters oder ein anderes behördlich nachgewiesenes Einwilligungsverfahren.
Ausschlusskriterien
- Anoxische Enzephalopathie als SRSE-Ätiologie
- Vorherige Behandlung mit Phenobarbital, Methohexital oder Pentobarbital
- Bekannte oder vermutete schwere Leber- oder Bauchspeicheldrüsenerkrankung (Alanintransaminase oder Gesamtbilirubin von mehr als dem Doppelten der Obergrenze des Normalwerts, bekannte Leberzirrhose oder familiäre Lebererkrankungen, klinische Anzeichen einer schweren Lebererkrankung wie Aszites, Gelbsucht)
- Septischer Schock (Anstieg des SOFA-Scores (Sesis-related Organ Failure Assessment) um ≥ 2 Punkte, Vasopressorbedarf zur Aufrechterhaltung des mittleren arteriellen Drucks (MAP) von ≥ 65 mmHg und Laktat ≥ 2 mmol/L ohne Hypovolämie)
- Erfordernis eines sofortigen neurochirurgischen Eingriffs
- Überempfindlichkeit gegen Phenobarbital
- Schwangerschaft oder Stillzeit
- Bekannte Teilnahme an anderen interventionellen klinischen Studien
Patientenzahl
216
Finanazierung
Antrag an die DFG gestellt




